
Liebe Freunde und Unterstützer unseres Projekts im Kambodscha,
Gerne möchte ich Sie an unserer Freude teilhaben lassen:
Am 22. September 2021 habe ich die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland für unser Projekt in Kambodscha überreicht bekommen. Diese Ehre gebührt nicht nur mir, sondern ganz besonders meinem Ehemann, unserer unermüdlichen Schatzmeisterin und unseren Beratern, Helfern und Volontären, die zum Teil wiederholt, manche sogar jedes Jahr, ihren Urlaub für unsere Schule geopfert und vor Ort mitgearbeitet haben. Ebenso bedanke ich mich ganz herzlich bei den großzügigen Sponsoren und den vielen treuen Pateneltern, die in herzlichem Briefkontakt mit unseren Schülern sind. Ohne die zuverlässige, achtsame und freundliche Unterstützung unseres Verwalters Seng Sokchea, des Direktors Chea Techsin mit seinen Lehrern, der fleißigen Köchinnen, des Gärtners mit seinen Helfern und der besonders sozial engagierten älteren Schüler würde es diese Schule nicht in dieser erfolgreichen Weise und herzlichen Atmosphäre geben. Ich grüße Sie ganz herzlich und wünsche Ihnen viel Freude und alles Gute
Gerlinde Zinkeisen
für Hilfe für Kinder in Kambodscha e.V.
Im Januar 2021 begann das neue Schuljahr mit großer Hoffnung In Kambodscha sah es so aus, als würde der Schulbetrieb wieder mit Präsenzunterricht laufen können. Wie jedes Jahr wurde er feierlich mit vielen Reden und Belobigungen eröffnet. Schuluniformen und Schulmaterial wurden übergeben, besonders gute Schüler ausgezeichnet und die Neuntklässler und Abiturienten verabschiedet.
Die meisten unserer Lehrer unterrichten seit vielen Jahren an unserer Schule. Einige von ihnen wohnen im Boardinghaus und essen zusammen mit unseren Schülern und Angestellten. So hat sich zu den Internatsschülern eine freundliche familiäre Beziehung aufgebaut. Mit viel Freude und großer Hoffnung feierten sie gemeinsam den Neubeginn.
Präsenzunterricht mit Abstand halten und Maskenpflicht! Die Hälfte der Klasse hat vormittags, die andere nachmittags Unterricht. Trotzdem sind sie froh, wieder in der Schule lernen zu dürfen und ihre Lehrer und Freunde wieder sehen zu können.
Die Boardermädchen Viele von ihnen kommen aus problematischen Familienverhältnissen. Einige haben bereits Vater oder Mutter oder sogar beide Eltern verloren. In unserem Boardinghouse leben sie wie Geschwister zusammen. Die meisten von ihnen haben hier ihre 2. Heimat gefunden.
Unsere Boarderjungs: Leider werden wir langsam von ihnen Abschied nehmen müssen, da die Liebe vor den Mädchen manchmal nicht halt macht und die Eltern Sorge um ihre Töchter haben.
Briefe an die Pateneltern Unsere Schüler sind dankbar für die Unterstützung aus Deutschland und Kanada und sie freuen sich über den Briefkontakt mit ihren Pateneltern. Da sie sich im Englischen nicht so gut ausdrücken können, verzieren sie ihre Briefe sehr liebevoll .
Leider dauerte der Präsenzunterricht nicht lange und ab Ende Februar gab es den nächsten Shut Down. Die Schule war bis einschließlich Dezember bis auf wenige Tage geschlossen. Wieder war Onlinelernen angesagt. Die Kinder kamen zweimal wöchentlich zu unserer Schule, um die Hausaufgaben abzuholen oder verbessern zu lassen und sie nutzten die kurze Zeit, um sich gegenseitig zu helfen und auch, um miteinander Freude zu haben.
Die „Boarder“ sind froh und dankbar, in diesen schwierigen Zeiten mit ihrer „big family“ zusammen leben zu dürfen. Sie nutzen die E-Learning-Programme am PC und unterstützen sich gegenseitig beim Lernen. Die Jüngeren bekommen Nachhilfe von den Älteren. Ein großer Vorteil im Vergleich zu den externen Schülern, der sich in den Prüfungsergebnissen zeigt und das Selbstvertrauen stärkt.
Unsere Mädchen schätzen das harmonische Zusammensein. Sie kochen und essen gemeinsam, haben viel Spaß miteinander und helfen, wenn jemand Probleme hat. In ihrer Freizeit arbeiten sie emsig im Gemüsegarten mit und halten zusammen mit den Jungs das große Schulgrundstück in Ordnung – und sie spielen mit Begeisterung Fußball.
Shut Down–Emotionen in unserer kleinen Kunstschule:
Viele Bilder spiegeln die Sorgen und Ängste unserer jungen Künstler
Um ihre Gedanken wieder aufzuhellen und ihnen neue Ideen zu vermitteln, luden wir sie ein, eine Exkursion zum 40 km entfernten Banteay-Srey Tempel zu unternehmen.
Die Bilder nach dem Ausflug und nach erfolgter Impfung sind farbenfroher und zeigen wieder Freude und Hoffnung
Das neue Häuschen für unsere Köchin Mrs. Moeurk mit ihrer Enkelin und für unser behindertes Mädchen SreyNit mit ihren Schwestern wurde im März fertig und wurde von den Mönchen eingeweiht. Sie leben hier wie eine kleine Familie zusammen und Moeurk hat die Mutterrolle für alle übernommen. So haben die elternlosen drei Schwestern ein liebevolles Zuhause gefunden und fühlen sich wohl.
Prah Preah, der auf den Rollstuhl angewiesen ist, hat nach dem Abitur eine Ausbildung für Handy-Reparaturen und -Verkauf absolviert. Dank der finanziellen Unterstützung seines Patenvaters konnte er nun einen kleinen Laden vor der Hütte seiner Eltern eröffnen, in dem er Handys repariert und Second-hand-Handys und Zubehör verkauft. Pra ist froh und glücklich, nicht mehr so sehr auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Er ist nun einer der wenigen von unseren ehemaligen Schülern, die trotz Pandemie Arbeit haben.
Corona ist in Kambodscha seit Februar 2020 immer mehr im Vormarsch. Der Tourismus liegt vollkommen brach, die Hotels und Restaurants sind geschlossen, die meisten Väter und älteren Geschwister, die in Siem Reap gearbeitet haben, sind nachhause geschickt worden. Die Arbeitslosigkeit steigt immer mehr – und damit die Armut und Sorge ums tägliche Brot.
Zur Zeit unterstützen wir monatlich bis zu 60 – 80 Familien mit Grundnahrungsmitteln, um sie vor Hunger und Not zu schützen. Vor der Pandemie waren es etwa 25. Hier hat unser Verwalter mit unseren älteren Schülerinnen und Schülenr Grundnahrungsmittel in die umliegenden Dörfer gebracht: Pro Familie je 50 kg Reis, Fischsauce, Sojasauce, Zucker, Salz, Knoblauch, Fischkonserven, Öl, Waschseife, Masken und 10$ Haushaltsgeld für die Mutter
Als Dankeschön hat unser Verwalter die fleißigen Helfer zum Essen eingeladen. Vielen Dank auch von uns an sie, denn sie sind immer zur Stelle, wenn Hilfe nötig ist. Das soziale Engagement unserer Organisation für die umliegende Region wird mit der Ausnahmeregelung von der Regierung belohnt, so dass unsere Schüler trotz Shut Down im Internat bleiben dürfen.
Unser Verwalter baut mit unseren Boardern ein Hühnerhaus als Lebensgrundlage für einen unserer ehemaligen Schüler, der an Niereninsuffizienz leidet und nicht in der Lage ist, seine Familie zu ernähren und die für ihn notwendigen Medikamente zu bezahlen. Der junge Mann ist froh, künftig selbst durch seine Arbeit zum Lebensunterhalt seiner Familie beitragen zu können.
Da unsere Schul- und Internatsgebäude in die Jahre gekommen sind und Tropenregen und -stürme großen Schaden angerichtet haben, wurde die schulfreie Zeit für die höchst notwendigen Renovierungsarbeiten genutzt. Der Schimmel an den Außenwänden musste entfernt, Dach und Decken ausgebessert, die Moskitofenster erneuert und die Wände innen und außen gestrichen werden. Handwerker aus den umliegenden Dörfern waren froh, Arbeit gefunden zu haben. Unsere Lehrer und die älteren Schüler halfen beim Streichen der Gebäude.
Die Lernhütten waren immer schon ein beliebter Platz für die Kommunikation und das Lernen im Freien. Durch die Pandemie sind sie noch wichtiger geworden und daher werden unsere Boarder zwei weitere Hütten bauen. Hier decken sie gerade eine alte Hütte mit neuem Schilf ein.
Obst und Gemüse zur Aufwertung der Nahrung Aufgrund des schlechten Bodens und des Wassermangels ist der Gemüseertrag leider nicht so groß wie erhofft, aber die Mango- und Papayabäume und die Bananensträucher bringen guten Ertrag und die Früchte schmecken besonders lecker.
Unsere kleine Cashew Plantage, die wir vor drei Jahren angelegt haben, um die Nahrung der Schüler gesünder zu gestalten, trägt mittlerweile Früchte. Unsere fleißigen Helfer/innen haben die Bäumchen fleißig gedüngt, das Gras rundherum entfernt und den Ertrag geerntet und zum Genuss aller der Köchin gebracht. Der Kern außerhalb der Frucht ist sehr hart zu knacken, daher essen unsere Schüler vorher gern die saftige Frucht.
Zum Schluss des Schuljahres gab es im November Online-Prüfungen für alle Klassen. Nur die 9. und 12. Klassen hatten vorher ein paar Wochen Unterricht, um sich auf ihre Übertrittprüfung bzw. die Abiturprüfungen vorzubereiten.
Zum Schluss des Schuljahres – die erfolgreichsten Schüler ihrer Klasse: Dieser Erfolg ist auf ihren Fleiß, aber auch auf die Möglichkeit, über E-Learning den Schulstoff zu bearbeiten, zurückzuführen. Zu Beginn der Corona-Pandemie haben wir letztes Jahr 21 neue Computer für unsere Schule besorgt, die unsere Patenkinder intensiv genutzt haben. Die Prüfungen erfolgten nun, zum Schluss des Schuljahres, per online über Computer oder Handy.
Das Abschluß-Examen der 12. Klasse findet in Siem Reap statt. Dazu werden unsere Schülerinnen und Schüler dort auf verschiedene Schulen verteilt. Unser Verwalter hat dafür Zimmer in einem Guesthouse einer ehemaligen Schülerin gebucht. Er, seine Assistentin und unsere Mathematik-Lehrerin werden unsere Abiturienten dann zu den entsprechenden Schulen begleiten. Für unsere Jugendlichen, die auf dem Land aufgewachsen sind und bisher selten in der Stadt waren, ist das nicht ganz einfach. Viel Glück und Erfolg!
Herzlichen Dank an die Pateneltern und Sponsoren unserer Schule!
Ohne Euch gäbe es keine Junior-High-School und kein Internat in Peak Sneng!
Ohne Euch hätten viele Kinder und Jugendliche keine Bildung und keine Perspektive für ihre Zukunft.